Ein Pokalfight voller Herz – das beste Spiel der Saison
von Saskia Wiennecke
Manchmal fühlt sich eine Niederlage nicht wie eine an.
Manchmal verlässt man die Halle mit erhobenem Kopf – obwohl das Ergebnis etwas anderes sagt.
So war es im Viertelfinale des Regionspokals Damen Kreisliga 2025/2026, als der TV Mandelsloh/SV Germania Helstorf (SG) bei TK Hannover III mit 4:6 unterlag.
Der Traum vom Halbfinale ist geplatzt.
Doch was bleibt, ist Stolz. Und das Wissen: Das war das beste Spiel dieser Saison.
Ein Auftakt mit Spannung
Schon die Doppel zeigten, dass hier zwei Teams auf Augenhöhe um den Einzug ins Halbfinale kämpften.
Paggel/Thies lieferten sich einen dramatischen Fünfsatzkrimi, der erst in der Verlängerung entschieden wurde – hauchdünn zugunsten der Gastgeberinnen.
Wiennecke/Matussek dagegen setzten ein klares Zeichen. Mit mutigem Offensivspiel und großer Sicherheit gewannen sie ihr Doppel souverän in drei Sätzen.
1:1 – alles offen.
Einzel voller Intensität
In den Einzeln entwickelte sich ein echter Pokalfight.
Jo-Anne Paggel zeigte eine überragende Leistung und gewann beide Einzel. Besonders ihr Comeback-Sieg gegen Draeger war ein Ausdruck purer Entschlossenheit.
Lina Matussek überzeugte mit einem starken Dreisatzsieg gegen Szurowski und bewies, dass sie auch unter Druck ruhig bleibt.
Cordula Thies steuerte einen wichtigen Punkt bei und kämpfte in ihrem zweiten Einzel bis an ihre Grenzen.
Und dann war da noch Saskia.
Saskia – erste Saison, grenzenloser Wille
Zwei Einzel.
Zweimal fünf Sätze.
Zweimal denkbar knapp verloren.
Auf dem Papier stehen zwei Niederlagen.
In Wirklichkeit steht dort etwas anderes.
Es ist Saskias erste Tischtennissaison überhaupt – und sie spielt, als wäre sie schon Jahre dabei. Kein Zögern, kein Verstecken. Sie sucht den Punkt, sie übernimmt Verantwortung, sie geht in lange Rallyes und scheut keinen Druckmoment.
Beide Male zwang sie ihre Gegnerinnen in den Entscheidungssatz. Beide Male fehlten nur wenige Punkte.
Diese Niederlagen schmerzen – natürlich.
Aber sie zeigen vor allem: Hier wächst eine Spielerin, die gewinnen will. Für sich. Für das Team. Für den Moment.
Und genau dieser Kampfgeist war an diesem Nachmittag überall zu spüren.
Ein Spiel auf Augenhöhe
Die Ballbilanz (345:368) unterstreicht, wie eng dieses Viertelfinale wirklich war.
Kein Klassenunterschied.
Keine Dominanz.
Sondern ein intensives, hochklassiges Duell, das erst in den letzten Spielen entschieden wurde.
Am Ende fehlten Kleinigkeiten. Ein, zwei Bälle. Vielleicht etwas Glück. Vielleicht ein Hauch mehr Routine.
Mehr als ein Ausscheiden
Ja, das Halbfinale wurde verpasst.
Ja, der Pokalweg endet hier.
Aber dieser Auftritt war ein Statement.
Eine Mannschaft, die geschlossen auftrat.
Spielerinnen, die über sich hinauswuchsen.
Eine Debütantin, die kämpft, als ginge es um alles.
Wenn man so spielt wie an diesem Nachmittag in Hannover, dann sind Erfolge keine Frage des „ob“, sondern nur des „wann“.
Und deshalb bleibt dieses Viertelfinale – trotz des 4:6 –
das beste Spiel der Saison.
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